Im Test: VicoVation Vico-WF1 Dashcam mit W-Lan

Es gibt eine neue Firmware, die u.a. nun auch Parküberwachung ermöglicht!
Die Vico-WF1 sieht aus wie von einem anderen Stern. Sie besitzt kein Display und hat nur eine Taste. Stattdessen setzt sie voll und ganz auf W-Lan. Sie ist das Toppmodell von VicoVation und wird als "Premiumkamera" vermarktet. Tatsächlich ist sie bisher das teuerste Testexemplar. Ist der hohe Preis gerechtfertigt?

Die Firma VicoVation ist nahezu unbekannt in Deutschland. Der hohe UVP von zeugt von Selbstbewusstsein. Der Funktionsumfang ist jedenfalls schonmal üppig:

  • FullHD Aufnahmen bei 30fps
  • 160° Weitwinkel
  • Sprachansagen
  • Spurhalteassistent
  • Beschleunigungssensor um Unfälle zu registrieren
  • Notfallaufnahmen bei Unfällen
  • Videoaufnahmen in Endlosschleife
  • W-Lan mit kostenloser App für iOS / Android

Lieferumfang

Tatsächlich ist die Präsentation sehr hochwertig. Schon beim Auspacken hat man das Gefühl, ein Highend-Produkt in den Händen zu halten:

vicovation_lieferumfang

  • CarCamcorder / Dashcam
  • Bedienungsanleitung
  • KFZ-Stromkabel
  • USB-Kabel
  • selbstklebende Minihalterung
  • Saugnapf

Kamera ohne Display aber mit W-Lan

Die Kamera besitzt also tatsächlich kein Display. Was im ersten Moment für Verwunderung sorgt, macht durchaus Sinn. Durch die spezielle Bauform schmiegt sich die Kamera besonders platzsparend an die Windschutzscheibe an. Durch das fehlende Display wird ebenfalls Platz gespart. Diese Funktion übernimmt nämlich das Smartphone. Mit der kostenlosen App VicoViewer kann man sich mit der Kamera verbinden. Letzendlich benötigen wir das Bild ja nur zur Ausrichtung. Einmal montiert und korrekt positioniert, ist man normalerweise nicht mehr auf das Display angewiesen. Grundsätzlich empfehle ich eh jedem Autofahrer die Displays auszuschalten. Sie lenken nur ab. Und durch das fehlende Display kann man die Kamera so klein konstruieren.

Sehr unauffällige Montage

Durch das kleine Gehäuse kann man die Kamera auch fast überall problemlos montieren. Sie ist einfach so klein, dass man sie bspw. über oder vor dem Rückspiegel montieren kann ohne dass das Sichtfeld beeinträchtigt wird. Und mit dem Saugnapf sitzt sie bombenfest. Aber mit der selbstklebenden Minihalterung spart man noch mehr Platz.

Einfache Bedienung mittels Smartphone-App

vicoviewerDie Verbindung und Einrichtung der Kamera erfolgt mittels der kostenlosen App „VicoViewer“. Man bezieht sie im jeweiligen Appstore von Apple und Google. Dazu sollte man wissen, dass das nur klappt, wenn die Kamera Strom bekommt. Da es mir im Auto zu unbequem ist, habe ich sie erstmal am Laptop via USB angesteckt. Aber das bringt nichts. Zwar wird sie als externes Laufwerk erkannt aber die W-Lan Verbindung glückt nicht. Tatsächlich klappt das nur, wenn man z. B. einen USB-Adapter für die Steckdose verwendet oder eben den Strom im Auto. Dann erscheint die Dashcam in der W-Lan-Liste. Man verbindet sich mit dem Passwort „87654321“. Sobald das geglückt ist, kann man die VicoViewer-App starten. Man erhält beinahe ein Livebild. Ich hatte nicht mal 1 Sekunde Verzögerung in der Übertragung – klasse.

In der App kann man diverse Einstellungen vornehmen. Hier lässt sich bspw. der Spurhalteassistent bequem einrichten oder der nervig pulsierende Leuchtring deaktivieren. Und in der App kann man sich natürlich auch die Aufnahmen anschauen und bei Bedarf löschen. Das hat vollkommen problemlos geklappt.

Was leider nicht klappt: Aufnahmen mit der App starten. Man muss sich aus der App ausloggen damit die Kamera neue Filme aufzeichnet. Anfangs fand ich das sehr nervig aber eigentlich ist es sinnvoll. So wird gewährleistet das wir beim Autofahren nicht mit der App rumspielen und wir abgelenkt werden. Sobald man die W-Lan Verbindung trennt, fängt die Kamera an aufzunehmen. Und das tut sie wie ein Weltmeister. Sie lässt sich davon auch nicht abbringen solange „Automatische Aufnahme“ in der App aktiviert ist.

Kurzum: Aufnehmen und Streamen in der App geht nicht gleichzeitig!

Wer spricht da?

Die Kamera hat eine Sprachausgabe. Eine sehr sinnvolle Funktion! Wir sollen uns ja schließlich auf den Straßenverkehr konzentrieren. Außerdem hat die Kamera ja auch kein Display. Und sobald sich die Kamera einschaltet oder der Spurhalteassistent aktiv wird, erhält man von einer freundlichen Frauenstimme den aktuellen Status der Kamera (auf englisch). Eine deutsche Stimme folgt mit der nächsten Firmware!

Die Spur halten

Eine weitere interessante Funktion ist der Spurhalteassistent. In der App markiert man die Motorhaube und den Horizont. Sobald man dann die Spur verlässt, bspw. bei einem herkömmlichen Spurwechsel, wird man von der freundlichen Dame darauf hingewiesen. In unserem Test klappte das solange es gestrichelte Fahrbahnmarkierungen sind. Bei durchgehenden Linien erfolgt keine Warnung. Die Funktion macht natürlich am ehesten auf der Autobahn Sinn um Müdigkeitserscheinungen vorzubeugen.

Automatische (Notfall-)aufnahmen

Wie fast jede Dashcam speichert die WF1 die Aufnahmen in 3 Minuten-Clips ab. In unserem Test verwenden wir eine 16GB Micro-SDHC Class10 Karte von SanDisk. Das langt für insgesamt ca. 4h Video bei 1080p@30fps. Sobald die Karte voll ist, wird der älteste Clip überschrieben.

Die Kamera besitzt zusätzlich ebenfalls über einen Beschleunigungssensor. Dieser registriert einen Aufprall und speichert dann einen Clip sicher ab bis der Anwender die Aufnahme manuell löscht. Um die Notfallaufnahme manuell auszulösen, genügt die kurze Betätigung der Taste an der Dashcam selbst.

60 statt 30 Bilder pro Sekunde gefällig?

Die Kamera bietet eine recht seltene Funktion. Sie ist in der Lage Videos mit 60fps aufzunehmen. Das klappt, solange die Auflösung auf 720p (HD-Ready) eingestellt ist. Diese Aufnahmen sind sehr flüssig da sie im Vergleich zu herkömmlichen Kameras im gleichen Zeitraum die doppelte Anzahl an Bildern aufzeichnet. Das ist sinnvoll wenn man auf Schnellstraßen und Autobahnen unterwegs ist. Nehmen wir an in einem Zeitraum von 5 Sekunden legen wir 200 Meter zurück. Eine herkömmliche Kamera würde hier insgesamt 150 Bilder aufzeichnen. Die WF1 schafft es aber auf 300 Bilder. Das heißt, wir haben in der Zeit mehr Informationen gesammelt. Wenn man mit hohen Geschwindikeiten unterwegs ist, können diese Mehrbilder eventuell nützlich sein und mehr Details liefern. Im normalen Stadtverkehr würde ich aber 1080p@30fps empfehlen. “Stop and go” und 30er Abschnitte bremsen uns sowieso aus.

Firmwareupdate:

VicoVation hat eine deutsche Firmware veröffentlicht. Die Installation ist dank Anleitung unkompliziert. Macuser müssen darauf achten, dass die ZIP-Datei eine BIN-Datei enthält die nicht nochmal entpackt werden darf. Das ist aber der Fall solange man kein extra Programm zum Entpacken verwendet (z.B. Archiver).

Ab sofort ertönt die Sprachausgabe von einer angenehmen weiblichen Stimme 😉

Gute Bildqualität und großer Weitwinkel

Weitwinkelvergleich

Wie viele VicoVation Kameras bietet die WF1 einen 160° Weitwinkel. Das ermöglicht einen erweiterten Blick an den Fahrzeugrand. Üblich sind normalerweise nur 120°.

Dazu gibt es eine sehr gute Qualität die natürliche Farben und ein scharfes Bild liefert. Tagsüber sind die Bilder einfach klasse. Folgende Screenshots sind bei einer Geschwindigkeit von 120kmh entstanden.

Leider wissen die Nachtaufnahmen nicht zu überzeugen. Das Bild ist sehr dunkel in der Standardeinstellung. Die Belichtung lässt sich aber in der App anpassen. So empfiehlt VicoVation bei Nacht eine Belichtung von -0.5 (statt 0.0).

Natürlich zeichnet die Kamera auch Ton auf. Er ist gut genug um Sachverhalte zu diktieren oder Gespräche mitzuschneiden.

Fotos VicoVation Vico-WF1:

Video bei Nacht

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Video bei Tag

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Kaufempfehlung

Fazit VicoVation Vico-WF1


Trotz dem hohen Anschaffungspreis kann ich eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Das sehr kleine Gehäuse ist sehr praktisch und unauffällig. Die vielen Funktionen und der große Weitwinkel sind toll. Die hervorragende Bildqualität weiß zu überzeugen!


Nic

Autor: Nic

Ich fahre täglich Auto. In der Großstadt Berlin gibt es viel Verkehr. Oft wünschte ich mir in bestimmten Situation Beweismittel zu haben. Der Trend der Dashcams kommt mir da sehr gelegen. Meine Erfahrungen teile ich mit euch.