Im Test: Garmin DashCam 35 – kompakte Dashcam mit GPS

Garmin schickt mit der Dashcam 35 einen vielversprechenden Kandidaten ins Rennen. Es gibt nichts Neues aber alles ist ein wenig besser geworden. Wir haben sie uns mal genauer angeschaut und auf eine Probefahrt geschickt.

Dass Garmin Dashcams bauen kann, haben sie schon längst bewiesen. Nach einem kleinen Datenschutzaufschrei wurde es etwas ruhig. Doch die Entwicklung ging zum Glück weiter. Und so gibt es mit der Garmin DashCam 35 eine richtig gute und wertig verarbeitete Dashcam im hochpreisigen Segment.

  • Auflösung: FullHD (30fps)
  • 120° Weitwinkelobjektiv (geschätzt)
  • GPS mit Blitzerwarner
  • 3″ TFT Display
  • GPS
  • Beschleunigungssensor
  • Kollisionswarner
  • Mikro & Lautsprecher
  • 300 mAh Akku
  • Mini-USB

Soweit ist der Funktionsumfang wenig innovativ. Es fehlt übrigens ein Bewegungssensor. Für die Parkraumüberwachung scheidet die Dashcam also aus. Es kommt immer noch die gewöhnliche FullHD-Auflösung zum Einsatz. Dies genügt in der Regel aber auch. Bei diesem Preis gibt es dann immerhin eine kleine 4GB MicroSD-Karte dazu. Das GPS ist erfreulicherweise im Gehäuse integriert.

Lieferumfang

  • Autokamera Dash Cam 35 mit Klebehalterung
  • 3,5 Meter Ladekabel für Zigarettenanzünder
  • 4GB MicroSD-Karte
  • USB-Kabel
  • KFZ-Kabel (1,75m)
  • Ersatzklebepad
  • Deutsche Bedienungsanleitung

Das KFZ-Kabel ist etwas kurz. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Für mich stellte es keine Probleme dar. Aber wenn man das Kabel elegant verlegen möchte, könnte es vielleicht zu kurz sein.

Auffällig finde ich die wertige Verarbeitung. Die Dashcam ist sehr klein und handlich doch trotzdem fühlt sie sich relativ schwer an. Das vermittelt einem automatisch eine gewisse Verarbeitungsqualität. Dazu kommt, dass sie komplett schwarz ist. Nur das Objektiv wird mit einem roten Ring geschmückt. Dadurch ist sie sehr unscheinbar.

Installation Garmin DashCam 35

Garmin Dashcam 35

Garmin gesellt sich zu Garmin: Dashcam passt mühelos vor den Rückspiegel vom Citroën Multicity Auto

Richtig gut und innovativ ist die Halterung. Sie ist ganz klein und wird an die Scheibe geklebt. Garmin hatte sonst immer auf einen Saugnapf gesetzt aber endlich findet auch hier eine Klebehalterung Einzug. Die Verbindung von Halterung und Dashcam wird mit einem Kugelgelenk realisiert. Dadurch kann man die Dashcam in alle Richtungen drehen. Der eingestellte Winkel hält auch. Das Gute: selbst bei sehr senkrechten Scheiben (wie bei Lkws) kann man die Dashcam problemlos so montieren, dass sie ordentlich auf die Straße ausgerichtet ist. Durch die kleine Halterung sitzt die Dashcam auch sehr nah an der Scheibe wodurch mehr von Außen und weniger vom Cockpit zu sehen ist. Etwas unglücklich platziert ist das Mikrofon. Es sitzt vorne. Doch die Geräusche kommen ja quasi von Hinten. Also vom Inneren des Autos. Das ist nicht weiter tragisch da Stimmen und Diktate trotzdem noch gut zu verstehen sind. Die Aufnahmen sind in einem Elektroauto von Citroën entstanden. Dadurch ist es insgesamt sehr ruhig, denn man hört ja keine Motorengeräusche.

IMG_9814

Erwähnenswert ist auch das große und recht hochaufgelöste 3″ Display mit großer Schrift! Das Menü ist sehr einfach gehalten und die vier Tasten erlauben eine intuitive Bedienung. Außerdem verfügt das Display über einen großen Betrachtungswinkel. Also selbst von der Seite kann man es noch gut ablesen ohne dass Farben verfälscht werden. Ist die Dashcam an der Scheibe befestigt und das Kabel eingesteckt, schaltet sie sich automatisch ein, ruft die GPS-Daten ab und stellt das Datum und die Uhrzeit automatisch ein. Die Speicherkarte steckt auch schon drin sodass sie nach zwei Warnhinweisen zur allgemeinen Sicherheit mit dem Aufnehmen beginnt. Einfacher gehts nicht! Nach ca. einer Minute schaltet das Display fast ab. Es ist nicht komplett aus aber so stark abgedunkelt, dass man es nicht mehr ablesen kann. Dies ist sinnvoll, da man ja nicht abgelenkt werden soll.

Der verbaute Akku erlaubt übrigens keinen langen Betrieb. Er dient wirklich nur dazu die Kamera kurzfristig mit Strom zu versorgen. Nach spätestens 30 Minuten ist er leer – eher noch früher.

Dashcam mit Blitzerwarner Radarinfo

Wie auch schon die vorigen Modelle von Garmin, kommt auch dieses mit Radarinfos. Soll heißen wenn ein stationärer oder mobiler Blitzer erwartet wird, warnt die Dashcam rechtzeitig. Sowohl akustisch (Piepen) als auch visuell. Ich möchte einmal drauf hinweisen dass eine solche Funktionalität in Deutschland bedenklich bzw. illegal ist. Die Verwendung geschieht also auf eigene Gefahr. Ein interessantes und aktuelles Urteil zum Verbot von Blitzerapps kann man hier nachlesen.

Endlosaufnahme von je einer Minute

Die Aufnahmen werden immer in einzelne Clips von je einer Minute Länge gespeichert. Dies lässt sich nicht ändern. Sobald die Speicherkarte voll ist, und das geht mit der mitgelieferten 4GB Karte ganz schnell, wird die älteste Aufnahme automatisch überschrieben. Insgesamt hat man ca. 1 Stunde Spielzeit auf der Speicherkarte. Das sollte für die Dokumentation von Unfällen genügen. Wer mehr aufnehmen möchte, kann bedenkenlos zu einer 64 GB Karte greifen. In meinem Test war das problemlos möglich und die Unterstützung wird auch mit 64 GB in der Bedienungsanleitung angegeben. So käme man auf respektable 16 Stunden Aufnahmezeit!

Auswertung der Aufnahmen mit Garmin Dash Cam Player

garmin_dashcam_player

Von Garmin gibt es eine eigene Playersoftware, die übrigens auch die Aufnahmen der anderen Garmin Dashcams liest. Der Player kann auf der Garmin-Homepage bezogen werden und gibt es für Windows als auch für Mac. Die Installation und Bedienung ist vorbildlich. Es werden alle interessanten Informationen ausgelesen. Die Aufnahmen werden als zusammenhängender Film dargestellt. Also man sieht nicht die einzelnen Clips von je 1 Minute sondern die gesamte Aufnahme. Dadurch lässt sich sehr schnell eine gewünschte Szene raus suchen. Denn mit dem Abspielen wird auch die Position synchron via Google Maps Fenster dargestellt.

Gute Bildqualität

Leider macht Garmin wenig Angaben zur verbauten Technik. Aber ich schätze den Weitwinkel auf „nur“ 120°. Nicht besonders viel aber bei den Screenshots sieht man, dass alles Wichtige zu sehen ist. Durch den vergleichsweise geringen Weitwinkel sind die Ränder auch kaum verzerrt. Leider ist die Bildqualität nur im Stand sehr gut. Auch nachts. Sie ist scharf aber nicht übertrieben scharf gezeichnet. Ebenso ist das Bild gleichmäßig belichtet. Sie hatte es nicht leicht mit uns. Denn es hat geregnet und das ist schon ein Härtetest für jede Dashcam. Aber sie hat sich ganz gut geschlagen. Ab und zu neigt sie zur Artefaktbildung, vor allen Dingen während der Fahrt aber das ist noch im üblichen Rahmen. Preislich ist die Dashcam gewiss kein Schnäppchen aber von einem großen, renommierten Hersteller ist man das ja gewohnt.

Fotos Garmin DashCam 35:

Video bei Nacht

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Video bei Tag

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Kaufempfehlung

Fazit Garmin DashCam 35


Tolle Dashcam mit hochwertiger Verarbeitung guter Ausstattung. Die Befestigung ist innovativ und die Bildqualität auf einem guten Niveau. Die Auswertung ist dank ordentlicher Playersoftware ein Kinderspiel.

Benutzer-Meinungen aus den Kommentaren:

"Die Dashcam ist super"


Man erhält das Gerät aktuell für EUR 153,09 bei Amazon.



Nic

Autor: Nic

Ich fahre täglich Auto. In der Großstadt Berlin gibt es viel Verkehr. Oft wünschte ich mir in bestimmten Situation Beweismittel zu haben. Der Trend der Dashcams kommt mir da sehr gelegen. Meine Erfahrungen teile ich mit euch.