Im Test: Garmin Dash Cam 55 – sehr kleine Dashcam mit GPS und Wifi

Garmin schickt drei neue Dashcam-Modelle auf den Markt. Alle drei Modelle haben ihre Daseinsberechtigung und zeichnen sich durch ihre besonders kompakte Größe und dem integrierten W-Lan aus. In wie weit sich die Dashcams voneinander unterscheiden, klärt der Test.

Endlich gibt es mal Neuigkeiten von Garmin – und was für welche! Die neue Dashcam-Serie von Garmin weiß zu gefallen. Die Dash Cam 45, 55 und 65W sehen auf den ersten Blick sehr ähnlich aus. Aber die Unterschiede stecken im Detail. Im Langzeittest kam die Dash Cam 55 zum Einsatz. Im direkten Vergleich zur 45 bietet die 55 nämlich eine höhere Auflösung und speichert mehr Bilder pro Sekunde (60 statt 30). Zusätzlich verfügt die 55 über eine gut funktionierende Sprachsteuerung. Die restliche Ausstattung kann sich auch blicken lassen:

  • Auflösung: bis zu 1920x1080p (60fps) oder 1440p (30fps)
  • 122° Weitwinkel
  • Bildsensor: 3,7 Megapixel
  • Display mit 2″ Diagonal
  • GPS (integriert)
  • integriertes Wifi für Datenaustausch
  • Mikrofon & Lautsprecher
  • Beschleunigungssensor
  • Blitzerwarner (nicht überall verfügbar)
  • Micro-USB
  • Akku für max. 10 Minuten Betrieb
  • Spurhalteassistent, Abstandsassistent, Losfahrassistent
  • Sprachsteuerung
  • Parküberwachung (Zubehör notwendig!)

Sowohl die Dash Cam 45 als auch 55 verfügen über 122° Weitwinkel, was in der Regel genügt. Wem das zu wenig ist, der kann noch zur Dash Cam 65W greifen. Das „W“ steht hierbei wohl für den großen Weitwinkel von 180°! Dies schlägt sich dann auch deutlich im Preis nieder. Die 180° sind wohl für Kunden interessant, die ihr Auto auch beim Parken überwachen möchten. Die Dashcams sind wirklich sehr klein und unauffällig. An der Ringfarbe am Objektiv kann man sie voneinander unterscheiden. Während die 45 und 55 farbige Ringe besitzen, ist die 65W komplett schwarz. Und damit ist sie von außen äußerst unauffällig, was erneut für die Parkzeitüberwachung spricht. Aber dazu später mehr! Es ist schon Wahnsinn wie klein die Dashcams sind, und was sie alles enthalten. Ich würde mich mal aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass es die kleinsten auf dem Markt sind! Wohl bemerkt inklusive GPS und W-Lan im Gehäuse (statt im Halter wie bei anderen Geräten)!

Lieferumfang

  • Dashcam mit Klebehalterung und Magnetplättchen
  • KFZ-Stromkabel
  • USB-Kabel
  • Dt. Anleitung
  • 8 GB Micro SD-Karte

Für den sofortigen Start ist alles dabei, was man benötigt. Selbst eine 8 GB Speicherkarte! Besonders gut gefällt mir aber die Halterung. Die ist sehr klein und mit einer magnetischen Platte ausgestattet. Das Plättchen hat etwa einen Durchmesser von einem Zentimeter und wird mit der Halterung an die Windschutzscheibe geklebt. Möchte man die Dashcam samt Halterung mal eben schnell abnehmen, ist das also kinderleicht. Im Langzeittest gab es auch keine Probleme mit der Haltbarkeit. Das Plättchen fällt nicht ab. Es lässt sich auch einzeln bei Garmin nachbestellen! Das ist natürlich besonders sinnvoll, wenn man die Dashcam in verschiedenen Autos nutzen möchte, oder das Plättchen verloren gegangen ist.

Größenvergleich zu Blackvue (links)

Installation

Ich empfehle die Verwendung des beiliegenden Netzteils. So ist immer eine zuverlässige Stromzufuhr gewährleistet. Mit einem herkömmlichen USB-Kabel und einem USB-KFZ-Adapter lief der Betrieb aber auch problemlos. Wie bereits erwähnt wird die Dashcam mit der magnetischen Klebehalterung einfach an der Windschutzscheibe befestigt. Die Ingenieure haben mitgedacht: Der Slot für die SD-Karte befindet sich auf der Unterseite. So ist eine Entnahme im montierten Zustand kein Problem. Für den Test verwende ich nicht die mitgelieferte kleine SD-Karte sondern eine 64GB SanDisk Extrem Pro, die über besonders schnelle Schreib- und Leseraten verfügt. Nach dem Start der Zündung startet die Dashcam und fährt sehr schnell hoch. Das Display ist zwar klein aber sehr gut aufgelöst und die Schriften sind sehr groß! Eine Art Installationsassistent führt durch die Ersteinrichtung, die innerhalb einer Minute erledigt ist – klasse! Dazu passt die sehr einfache Bedienung mit nur vier sehr haptischen seitlichen Tasten, die einen angenehmen Druckpunkt besitzen.

Garmin Express App mit Update

Was mir richtig gut gefällt und wovon viele Dashcam-Hersteller noch lernen können, ist der einfache Updateprozess. Die Software von Dashcams kann ab und an mal aktualisiert werden. Und das ist meist etwas umständlich gelöst. In der Regel muss man die Firmware beim Hersteller recherchieren, runterladen, entpacken, überspielen und so weiter. Anders ist es bei Garmin. Mit der Garmin Express App für Windows oder Mac ist dieser Vorgang nun sehr bequem gelöst. Eine Art Assistent führt durch den Updateprozess. Dazu wird die Dashcam einfach an den Rechner angeschlossen. Der Rechner sollte zwei Partitionen erkennen. Einmal für die Aufnahmen und einmal für die Einstellungen der Dashcam. Die Garmin Express App erkennt dann das Gerät automatisch und informiert, ob Updates zur Verfügung stehen. In der App findet sich auch das Handbuch. Für die Auswertung der gefahrenen Strecke eignet sich die App jedoch nicht! Steht ein Update zur Verfügung, wird dieses einfach in der App durchlaufen. Nach dem erneuten regulären Einschalten der Dashcam, erscheint ein Installationsbalken, der innerhalb von ca. 10 Sekunden durchläuft. Danach ist das Update erfolgreich abgeschlossen und die Dashcam setzt ihren Betrieb fort.

Blitzerdatenbank installieren

In Deutschland ist die Verwendung von Blitzerwarnern nicht gestattet. Trotzdem lässt sich die Datenbank einrichten. Dies geschieht ebenfalls in der Garmin Express App. Unter „Extras und Inhalt“ und im Tab „Gekauft“ findet sich das „Garmin Lifetime Cyclops-Europe“ Paket, das man kostenlos runterladen kann! Beim nächsten Betrieb der Kamera öffnet man die Einstellungen, wechselt zu „Fahrassistenz“, dann zu „Annäherungsalarme“, dann zu „Alarme“. Hier findet man „Garmin-Radar-Info“, das noch deaktiviert ist. Hat man dies aktiviert, wird die Dashcam zukünftig vor Gefahrenstellen warnen.

Assistenssysteme aktivieren

Neben dem Garmin-Radar-Info gibt es auch noch weitere Assistenzsysteme. Eine Kollisionswarnung, dessen Empfindlichkeit sich in drei Stufen anpassen lässt, warnt vor zu wenig Abstand zum Vordermann. Ein Losfahrassistent informiert, wenn der Vordermann losfährt und man selbst weiterhin stehen bleibt. Und der Spurhalteassistent weist auf das Verlassen der Fahrspur hin. Sämtliche Assistenten sind eine nette Spielerei aber man sollte sich auf sie niemals verlassen. Sie dienen lediglich als eine Art Ergänzung zum normalen Straßenverkehr. Dessen Verwendung muss jeder für sich selbst wissen. Alle Assistenten lassen sich auch deaktivieren.

Parkzeit überwachen

Nun wird es interessant. Was normalerweise nur spezialisierte Hersteller aus Fernost anbieten, findet sich nun endlich auch bei Garmin. Mit einem kostenpflichtigen Zubehör lässt sich die Dashcam für die Überwachung aufrüsten während das Auto parkt. Alle drei Modelle benötigen das „Parking Mode Kabel“, das im Garmin-Shop erhältlich ist. In der Bedienungsanleitung wird erklärt, wie der Kabelsatz zu installieren ist. Die Dashcam erkennt dann automatisch, wenn das Auto parkt und beginnt mit der passiven Überwachung, die auf Bewegungserkennung basiert. Sobald eine Bewegung im Blickfeld der Kamera erkannt wird, beginnt die Aufnahme. Wie eingangs erwähnt eignet sich die Garmin Dash Cam 65W besonders gut für dieses Vorhaben, da sie einen Weitwinkel von 180° besitzt. Das erlaubt noch mal einen deutlich weiteren Blick nach rechts und nach links als die kleineren Modelle. Zur Markteinführung muss man in der Topausstattung inkl. Kabelsatz mit ca. 300 Euro rechnen. Zum Testzeitpunkt war die 65W aber noch nicht erhältlich.

Mit der Dashcam sprechen

Die Dash Cam 55 und 65W verfügt über eine Sprachsteuerung. Mit dem Kommando „Okay Garmin“ werden vier Sprachkommandos aktiviert: „Video speichern, „Bild aufnehmen“, „Tonaufnahme stoppen“, „Zeitraffer starten“. So kann man also einfach mal eben das Mikrofon deaktivieren ohne im Menü rumzufummeln. Das finde ich eigentlich ziemlich bequem und das klappt auch prima. Oder man startet hierüber die Zeitrafferfunktion, die parallel zum herkömmlichen Betrieb eine Art Zusammenfassung der Fahrt erstellt, die sich besonders für lange Reisen empfiehlt, um sie mit Freunden zu teilen.

Kleinste Dashcam mit Wifi

Alle drei Dashcams verfügen über integriertes W-Lan. Mit der Garmin VIRB App für iOS und Android kann man das Smartphone mit der Dashcam koppeln. Leider erlaubt das Wifi kein Streaming der aktuell laufenden Aufnahme. Die Funktion dient lediglich dem Download bzw. der Wiedergabe der gespeicherten Aufnahmen. Den Zugriff empfinde ich allerdings als nicht sehr intuitiv. Man muss nämlich bei der Dashcam in die „Galerie“ wechseln und dann auf „Galerie teilen“. Darauf hin erst wird das Wifi gestartet und ein Zahlenpasswort generiert. Während dieses Betriebes ist die Dashcam quasi blockiert und im Display erscheint nur „Teilen beenden“. In der VIRB App kann man dann nach verschiedenen Aufnahmetypen filtern: Videos, Fotos, Travelapse und Parkmodusvideos. Das ist alles. Dementsprechend wird die Wifi-Funktion auch nur bescheiden beworben. Immerhin lässt sich über die App theoretisch die Kameraposition bestimmen. Falls man sie mal verlegt hat, kann hierüber ungefähr den Standort ermitteln.

Gute Bildqualität

Tagsüber macht die Dashcam sehr gute Aufnahmen. Die Videos sind scharf und wissen besonders im Stand zu überzeugen. Sie sind gleichmäßig belichtet und die FullHD-Auflösung liefert eine gute Qualität ab. Eine Minute bei FullHD und 30 FPS nimmt in etwa 85 Megabyte ein. Bei einer 64 GB Speicherkarte entspricht das in etwa 12 Stunden Aufnahmezeit. Ist die Speicherkarte voll, wird die älteste Aufnahme überschrieben, denn die Aufnahmen werden in einzelne Clips von je einer Minute Spielzeit gespeichert. Nachts liefert die Dashcam ein erstaunlich helles Bild ab. Man sollte ruhig die HDR-Funktion in den Kameraeinstellungen (unter Auflösung) aktivieren. Das Bild finde ich nachts dann noch mal deutlich besser und nicht so überstrahlt!

Video bei Nacht

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Video bei Tag

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Kaufempfehlung

Fazit Garmin Dash Cam 55


Garmin serviert eine richtig gute Dashcam mit guter Bildqualität und enormen Funktionsumfang. Und dabei ist sie noch erstaunlich klein und glänzt mit hervorragender Bedienung! Klare Kaufempfehlung!

Man erhält das Gerät aktuell für EUR 199,99 bei Amazon.



Nic

Autor: Nic

Ich fahre täglich Auto. In der Großstadt Berlin gibt es viel Verkehr. Oft wünschte ich mir in bestimmten Situation Beweismittel zu haben. Der Trend der Dashcams kommt mir da sehr gelegen. Meine Erfahrungen teile ich mit euch.