Im Test: BlackVue DR650GW-2CH – die perfekte Dashcam?

Im direkten Vergleich zum Vorgängermodell – DR550GW-2CH – mag man sich erstmal fragen, was nun an diesem Modell hier besser ist außer der 64GB Unterstützung. Tatsächlich sind Gehäuse, Objektiv und Bildsensor identisch aber die größte Überraschung offenbaren die Resultate – und die haben es in sich!

Diese Dashcam gibt es in einer neuen Version mit Cloud-Zugang, sodass man über Internet auf die Dashcam von zu Hause aus zugreifen kann. Wie das funktioniert, erkläre ich in einem separaten Beitrag zur Blackvue-Cloud Technik.

Die Blackvue DR550GW-2CH war schon ein tolles Modell aber hatte ein paar Schwächen in der wechselhaften Bildqualität. Dabei besitzt sie genau wie die DR650GW-2CH einen Sony Exmor Sensor. Technisch gesehen gibt es also keine großen Überraschungen:

  • FullHD Aufnahmen mit 30fps, HD-Ready Heckkamera
  • GPS
  • 64 GB Support
  • WiFi mit App
  • Lautsprecher für Sprachausgabe
  • Loopfunktion
  • Weitwinkel: horizontal 129° / vertikal 103° / diagonal 77°
  • Bewegungssensor
  • Beschleunigungssensor
  • Mikrofon

Auffällig ist die 64GB Speicherkartenunterstützung, die nun endlich längere Aufnahmezeiten ermöglicht. Das macht bei einem Zweikanalsystem mehr als Sinn!

Lieferumfang

  • Dashcam mit Klebepad
  • zweite Dashcam mit Klebepad
  • Bedienungsanleitung
  • 32 GB Speicherkarte mit USB Adapter
  • Stromkabel und Kabelführer
  • Software für Windows und Mac (auf der SD-Karte)

Ebend habe ich noch den 64 GB Support lobend erwähnt. Leider gibt es im Lieferumfang aber nur 32 GB. Bei dem hohen Anschaffungspreis hätte ich schon erwartet, eine 64GB Karte vorzufinden. Um eine Extrainvestition kommt man also nicht herum. So kommt bei mir eine günstige Class10 Speicherkarte zum Einsatz.

Rein äußerlich fällt auf, dass nun das gesamte Gehäuse nahezu schwarz ist. Vorher reflektierte noch der Objektivring auffällig. Das ist nun Geschichte.

Kabel vom Vorgänger passen auch noch. Wer diesen also bereits aufwändig verlegt und verbaut hat, braucht lediglich die Dashcam wechseln – toll! Und wenn man die Speicherkarte entnehmen möchte, braucht man nur noch das Stromkabel abnehmen. Das Coax-Kabel von der Heckkamera kann dran bleiben da dieses von der Klappe ausgespart wurde. Da hat Blackvue mal wirklich mitgedacht, da dieses Kabel durch den kleinen Dorn sehr empfindlich ist.

Bequeme Einrichtung

Die Einrichtung ist blackvuetypisch sehr bequem. Man steckt die Dashcam mit dem mitgelieferten Stromkabel ins Auto und die Kamera fährt hoch. Sofort beginnt sie, die bereits eingelegte Speicherkarte zu formatieren und via GPS die Zeit und den Standort abzurufen. Eine freundliche deutsche weibliche Stimme informiert den Fahrer über den Fortschritt.

Komplettlösung ohne Display

Die Vorzüge einer Dashcam ohne Display habe ich ja schon oft genug erläutert: es können kompakte Gehäuse produziert werden. Das fehlende Display spart Platz und produziert keine Abwärme. Ein Display lenkt außerdem  ab sodass Sie sich hier voll und ganz auf die Fahrt konzentrieren können. Zudem wurde auf einen Akku verzichtet. Stattdessen kommt nun ein Kondensator zum Einsatz der quasi einen Reststrom speichert, der genügt, um die Dashcam sicher herunterzufahren. Dies spart nicht nur Kosten sondern ebenfalls Leistung, die der Bildverarbeitung zu Gute kommt. Aber dazu später mehr.

Als Displayersatz kommt das Smartphone ins Spiel. Sowohl für Android als auch iOS gibt es eine App, mit der man sich mit dem Passwort „blackvue“ mit dem W-Lan der Kamera verbinden kann. Dieses lässt sich mit der einzigen Taste am Gerät aktivieren. Ein leuchtendes WiFi-Symbol auf der Fahrerseite zeigt den Betrieb an. Die App an sich ist die gleiche, die man schon vom Vorgänger kennt. Anzumerken ist, dass sich das W-Lan weiterhin nach ca. 10 Minuten automatisch ausschaltet um Überhitzungsprobleme zu vermeiden. Wenn man also die Heckkamera als Einparkhilfe verwenden möchte, müsste man das W-Lan kurz vorm Einparken einmal einschalten.

Konfiguration am Computer oder im Smartphone

Diverse Einstellungsmöglichkeiten offenbaren sich erst, wenn man sich mit dem Smartphone verbunden hat. Wem das aber zu fummelig ist, legt einfach die Speicherkarte in den Rechner und startet die bereits vorinstallierte Software, die auch mackompatibel ist. Das ist ja leider immernoch eine Rarität und funktioniert hier wunderbar. Hier bekommt man auch Zugriff auf den Parkmodus. Denn wenn man die Möglichkeit hat, die Dashcam mit dem Fahrzeug fest zu verkabeln, kann man vom sehr gut funktionierenden Parkmodus profitieren. Er löst aus, wenn eine Vibration oder Bewegung registiert wurde. Zum Anschließen an die Batterie empfiehlt sich die Verwendung der Power Magic Pro. Sie schützt die Batterie vor einer Entladung!

Einstellungen

Endlosaufnahme auf 64 GB

Wie bei Dashcams üblich, speichert auch dieses Blackvuemodell die Aufnahmen in Segmenten ab. Sobald die Speicherkarte voll ist, wird die älteste Aufnahme überschrieben. Achten Sie also beim Kauf einer Speicherkarte auf Markenqualität! Falls die Speicherkarte mal ausfällt, entgehen Ihnen sonst wertvolle Aufnahmen!

Die Aufnahmen beider Kameras werden in separate Dateien abgespeichert. Aber in der Blackvue-Viewer Software werden sie quasi als eine Datei angezeigt in der man die Ansicht zwischen beiden Kameras wechseln oder Side-by-Side betrachten kann. Beide Aufnahmen sind ca. 75 MB groß bei 1 Minute Spiellänge. Das macht nach meiner Hochrechnung eine Gesamtaufnahmezeit von guten 14 Stunden bei Verwendung einer 64GB Karte! Das ist doch schon sehr sehr üppig.

Zur Auswertung empfiehlt sich die bereits erwähnte mitgelieferte Blackvue Viewer Software in der man die zurückgelegte Strecke begutachten kann.

karte

Exzellente Bildqualität

Beim Vorgänger war die Bildqualität schon gut aber hatte mit wechselhaftem Niveau zu kämpfen. Das lag vor allen Dingen an der niedrigen Bitrate. Sie war aber notwendig, um Überhitzungsproblemen vorzubeugen. Endlich hat man dieses Problem aber scheinbar in den Griff bekommen. Denn eine Artefaktbildung sucht man nun vergeblich. Sowohl die Front- als auch die Heckkamera liefern scharfe Bilder bei Nacht und Tag. Ich möchte das System wirklich nicht über den grünen Klee loben aber die Verbesserung ist so massiv, dass sie endlich dem hohen Anschaffungspreis gerecht wird. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten lassen sich Kennzeichen nun gut erkennen. Das liegt aber nicht nur an der gesteigerten Bitrate sondern auch am niedrigeren Weitwinkel. Dieser wurde reduziert, sodass nun Objekte weniger gekrümmt werden was ebenfalls in einer besseren Bildqualität resultiert. Letzendlich merkt man den „Verlust“ des Weitwinkels aber nicht!

In meinem Youtubechannel findet man noch weitere exklusive Videoaufnahmen – vor allen Dingen von der Heckkamera!

Fotos BlackVue DR650GW-2CH:

Video bei Nacht

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Video bei Tag

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Kaufempfehlung

Fazit BlackVue DR650GW-2CH


Eine sehr sinnvolle und lohnende Weiterentwicklung. Die exzellente Bildqualität und der 64GB Support machen diese Dashcam zum perfekten Begleiter.

Man erhält das Gerät aktuell für EUR 294,98 bei Amazon.
Im Schnitt haben dort 128 Kunden 4.3 von 5 Sternen Sterne vergeben.



Nic

Autor: Nic

Ich fahre täglich Auto. In der Großstadt Berlin gibt es viel Verkehr. Oft wünschte ich mir in bestimmten Situation Beweismittel zu haben. Der Trend der Dashcams kommt mir da sehr gelegen. Meine Erfahrungen teile ich mit euch.