Im Test: AutoBot Eye – sehr kleine Dashcam mit Appzugriff und GPS

Eine ultrakleine Dashcam mit GPS, Bluetooth und sehr guter Bildqualität klingt zu schön um wahr zu sein. Tatsächlich hat diese Dashcam einen entscheidenden Nachteil. Wer experimentierfreudig ist, kann darüber wohlmöglich hinwegsehen.

AutoBot ist nichts für den deutschen Markt. Denn die Lokalisierung ist mangelhaft. Die App gibt es nicht in deutsch. Nur in englisch und das auch nicht konsequent. So verbleiben diverse Meldungen und Hinweise in chinesischen Schriftzeichen. Trotzdem möchte ich diese Dashcam einmal vorstellen, da das Konzept durchaus außergewöhnlich ist und die kompakten Maße gepaart mit einer sehr guten Bildqualität gefallen.

  • Auflösung: FullHD (30fps)
  • 150° Weitwinkelobjektiv
  • Sony IMX322 CMOS Sensor
  • ohne Display
  • Wifi und Bluetooth
  • Mikrofon & Lautsprecher
  • GPS optional
  • Beschleunigungssensor
  • Akku: unbekannt
  • Mini-USB

Der Funktionsumfang liest sich eigentlich großzügig. Wenn man bedenkt wie klein die Dashcam ist, erscheint das doch schon sehr erstaunlich. Das GPS wird vermutlich über den beiliegenden USB-Adapter für den Zigarettenanzünder realisiert. 100%ig sicher bin ich mir nicht da die Anleitung kaum Informationen preis gibt. Es heißt lediglich dass man den Adapter für Positionsbestimmungen nutzen soll.

Lieferumfang

  • Dashcam mit magnetischer Klebehalterung
  • KFZ-USB Adapter (AutoBot Magic) mit Bluetooth
  • 3,5 m USB-Kabel
  • Klebepads

Der Lieferumfang ist überschaubar aber ausreichend. Wie eingangs erwähnt hat der USB-Adapter scheinbar mehr Funkionen als man annehmen würde. So kann man sich damit in der App via Bluetooth verbinden. Doch der Reihe nach…

Installation AutoBot Eye

IMG_1510Die Dashcam wird an die Windschutzscheibe geklebt. Durch ihre kompakten Maße hält sie dort auch sehr gut. Trotzdem kann man sie dank Magnetverschluss einfach entfernen, sodass die Halterung zurückbleibt. Sowohl die Halterung als auch die Dashcam sind aus edlem Aluminium gefertigt und gibt es in drei Farbausführungen: Rosé, Gold oder Dunkelsilber. Ich vermisse eine dezente tiefschwarze Ausführung doch dies wäre sicherlich problematisch für die Hitzeentwicklung. Das USB-Kabel verbindet Adapter und die Halterung mit Strom. Über den Magnetverschluss wird die Dashcam dann ebenfalls mit Strom versorgt. Der vertikale Winkel lässt sich nachträglich noch dank Scharnier verstellen. Bis jetzt gefällt das Konzept schon einmal. Eine Speicherkarte liegt nicht dabei. 32GB wird als Maximum angegeben. Meine 64 GB Speicherkarte von SanDisk wird aber auch verarbeitet!

Nachdem Strom anliegt, schaltet sich die Dashcam ein und baut eine Wifi-Verbindung auf. Zu finden ist sie dann als „AutoBot_eye…“ Netzwerk. Das Standardpasswort lautet „12345678“. Ist man verbunden, startet man die kostenlose AutoBot-App für iOS oder Android. Warum die Androidversion nicht im Playstore zu finden ist, erschließt sich mir nicht.

AutoBot App als Fahrtenbuch

Die App selbst ist eigentlich sehr hübsch und ansehnlich programmiert. Aber der Funktionsumfang ragt sehr weit über den einer gewöhnlichen Dashcam hinaus. Soll heißen, dass die App mehr ist als ein Abspielgerät. Offenbar handelt es sich um eine Art Schaltzentrale für sämtliche Aktivitäten rund um das Auto. So wird man gebeten sein Fahrzeugmodell und den aktuellen Benzinpreis zu hinterlegen. Mit den Preisen kann man dann den Gesamtverbrauch berechnen lassen. Außerdem wird nun auch der Standort recht zuverlässig übertragen und die zurückgelegten Distanzen samt POI (Point of Interests) und Ankunfts-/Abfahrtszeiten protokolliert. Im Grunde wie eine Art automatisches Fahrtenbuch. Die Einträge stimmen größtenteils überein und werden offenbar von Google Maps oder ähnlichen Diensten bezogen.

Damit die Positionsbestimmung einwandfrei funktioniert, benötigt das Smartphone GPS und man soll den beiliegenden KFZ-Adapter verwenden. Der wird auch gerne als AutoBot Magic bezeichnet. Wie genau das Zusammenspiel funktioniert, erschließt sich mir nicht. Ich vermute dass durch die Bluetoothverbindung das GPS-Signal vom Smartphone instrumentalisiert wird. Deswegen wohl „Magic“ also „Zauberei“ im Wort ;-). Eigentlich ziemlich clever. Natürlich solltet man sich mit dem Gedanken abfinden, dass seine Position und Orte ständig an unbekannte chinesische Server und Dienste übertragen werden. Wem das zu viel ist, kann diese Funktion natürlich auch gänzlich in den Datenschutzeinstellungen des Smartphones deaktivieren.

autobot_dashcam_protokoll

Man kann auch sehr genau einstellen was beim Starten, Benutzen und Ausschalten der Dashcam passieren soll. Doch wie gesagt alles in englisch! Man könnte die App auch ohne Dashcam verwenden. Dann nämlich wird die Kamera vom Smartphone als Aufnahmegerät benutzt. Also der Funktionsumfang der App ist schon enorm. Und natürlich kann man sich auch das Livebild der Kamera übertragen um so die Ausrichtung zu prüfen oder gespeicherte Aufnahmen zu betrachten.

autobot_dashcam_fahrtenbuch

Die App bietet auch an, das Auto beim Parken zu überwachen. Ein Parkmodus ist also inklusive. Hierfür wird aber permanenter Strom benötigt. Denn der verbaute Akku dient nur für eine Abschaltautomatik. Er bietet gerade mal genug Kapazität für 15 Minuten Bespielung. Dies wird in anbetracht der Notwendigkeit vom KFZ-Adapter sicherlich etwas kompliziert. Hier muss man nach fahrzeugspezifischen Lösungen suchen.

Schlechte Übersetzung der App

Wer der englischen Sprache mächtig ist, kommt mit der Dashcam schon ziemlich weit. Fast alles wurde übersetzt. Nur eben nichts ins deutsche. Doch selbst mit perfekten Englischkenntnissen wird man früher oder später nicht weit kommen. Denn Push-Nachrichten von der App erscheinen in chinesisch und man ist spätestens dann komplett überfragt. Dies wird sich hoffentlich noch durch entsprechende Updates verbessern. Zum Testzeitpunkt wurde die App in Version 2.1 verwendet.

Endlosaufnahmen mit Beschleunigungssensor

Die allgemein bekannte Aufnahmetechnik kommt auch hier zum Tragen. Es werden einzelne Clips von je drei Minuten erstellt. Ist die Speicherkarte voll, wird die älteste Aufnahme gelöscht. So gibt es immer eine unendliche Aufnahme. Ein Clip ist ca. 200 Megabyte groß. Auf eine 64 GB Karte passen dann also ca. 16 Stunden Filmmaterial. Allerdings nur in 720p. Wieso das so ist, erkläre ich im Absatz zur Bildqualität! Sofern eine Vollbremsung oder ein Aufprall registriert wurde, wird die aktuelle Aufnahme vor dem Überschreiben gesichert und lässt sich dann nur manuell über die App entfernen.

Sehr gute Bildqualität

Richtig erstaunt war ich über die sehr gute Bildqualität. Der verarbeitete Sony-Sensor leistet gute Arbeit. Sowohl nachts, tagsüber oder in einem Parkhaus. Die Aufnahmen sind meistens scharf und sehr gut belichtet. Doch die App hat leider zum Testzeitpunkt einen Fehler. Obwohl ich 1080p – also FullHD – eingestellt habe, verliert die Dashcam die Einstellung und verfällt immer wieder in die HDready-Auflösung von 720p. So sind dann auch all meine Aufnahmen lediglich in 720p entstanden. Trotzdem sind erstaunlich viele Details zu erkennen. Bleibt nur zu hoffen dass dies mit einem Firmwareupdate gefixt wird. Andererseits spart man natürlich eine Menge Speicherplatz auf der Karte.

Der Testbericht ergibt also eine gute, kleine Dashcam mit enorm vielen Funktionen zu einem attraktiven Preis. Dem gegenüber stehen eine mangelnde Übersetzung, eine verbuggte Firmware und ein fragwürdige und unbekannte Speicherung der Positionsdaten.

Fotos AutoBot Eye:

Kaufempfehlung

Fazit AutoBot Eye


Wertige, kleine Dashcam mit erstaunlich vielen Funktionen und einer sehr guten Bildqualität. Aber auf Grund der nicht vorhandenen Übersetzung ist die Dashcam nur bedingt zu empfehlen. Ferner weiß man nicht genau wo die Positionsdaten gespeichert werden und was damit passiert.

Die Dashcam ist zur Zeit nicht (mehr) lieferbar.



Nic

Autor: Nic

Ich fahre täglich Auto. In der Großstadt Berlin gibt es viel Verkehr. Oft wünschte ich mir in bestimmten Situation Beweismittel zu haben. Der Trend der Dashcams kommt mir da sehr gelegen. Meine Erfahrungen teile ich mit euch.