Im Test: Atemio RV-900 mit Touchscreen und Heckkamera

Eine Dashcam mit einem sehr großem Display mit Touchscreen klingt eigentlich nach einem interessanten Produkt. Optional gibt es auch noch eine Heckkamera. Damit eignet sie sich prima als Einparkhilfe. Zusätzlich gibt es auch noch ein GPS-Modul. Wie alltagstauglich die Kombination in der Praxis ist, haben wir getestet.

Von Atemio gibt es bisher nur eine Dashcam. Diese gibt es aber in drei Ausführungen – je nach dem, was man für Ansprüche hat. Die Dashcam an sich ist immer identisch. Nur im Zubehör unterscheiden sich die Pakete. So gibt es die Autokamera mit GPS und mit GPS und Heckkamera. Ein identisches Konzept verfolgt auch Camberry. Wir testen das „Premium“ Paket mit GPS und Heckkamera.

  • HD-Ready Aufnahmen mit 20fps
  • Heckkamera
  • GPS
  • 3,5″ Touchscreen-Display
  • Mikrofon und Lautsprecher
  • Beschleunigungssensor
  • Bewegungssensor
  • Akku für 1h Betrieb ohne Strom
  • 120° Weitwinkel

Auffällig ist dass die Dashcam nur HD-Ready Auflösung (1280 x 720p) bietet. Das ist etwas wenig aber der Fokus liegt hier wohl auf anderen Eigenschaften. Dazu später mehr.

Lieferumfang

  • Dashcam mit Klebehalterung oder Saugnapf
  • Heckkamera
  • GPS
  • Kabelhalterungen zum Verlegen der Kabel
  • Zigaretten-Anzünder-Anschlusskabel zur Stromversorgung
  • 16GB MicroSD Karte

Toll – zum Lieferumfang gehört auch eine 16GB Speicherkarte. So kann man direkt loslegen und ist nicht auf weiteres Zubehör angewiesen. Wer etwas mehr Material aufnehmen möchte, kann bis zu 32GB MicroSD Speicherkarten verwenden. Bei der Produktwahl hat man zudem die Wahl zwischen einem Saugnapf oder einer Klebehalterung. Ich persönlich tendiere ja immer zu einer Klebehalterung da ein Abfallen der Dashcam ausgeschlossen ist und Vibrationen reduziert werden. Aber wenn man nur mit fremden Fahrzeugen unterwegs ist, eignet sich eine Saugnapfhalterung sicherlich mehr.

Aufwändige Installation

Wie bei jeder Zweikanal-Dashcam, ist die Verkabelung etwas kompliziert. Zudem kommt aber noch hinzu dass das GPS-Modul nicht in der Dashcam integriert ist. So liegen dann insgesamt drei Kabel an der Dashcam an. Dieses Prinzip ist schon von der Camberry DC5000 bekannt. Die mitgelieferten selbstklebenden Kabelhalterungen erleichtern das Verlegen der drei Kabel.

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Die Inbetriebnahme der Dashcam selbst ist intuitiv gelöst. Das große Touchscreendisplay sollte jedem vertraut sein, der ein modernes Smartphone oder Navigationsgerät besitzt.

Was mir garnicht gefällt: Über dem Objekt ist eine sehr auffällige blaue LED verbaut die standardmäßig wie eine Sirene animiert ist. Glücklicherweise lässt sich die LED komplett deaktivieren.

Insgesamt wirkt die Dashcam mit dem Klavierlack zwar schön edel aber sie ist trotz deaktivierter LED noch zu auffällig von Außen. Das spiegelnde Gehäuse und der Chromring am Objektiv reflektieren zu stark.

Sehr großes Display mit Touchscreen

Das Alleinstellungsmerkmal ist auch gleichzeitig der größte Nachteil der Dashcam. Sicherlich ist es schön ein großes Display zu haben, aber das hat eben auch zur Folge dass das Gehäuse sehr groß ist. In unserem Testwagen (ein Kleinwagen), ist es schon etwas problematisch eine geeignete Position an der kleinen Windschutzscheibe zu finden. Denn schließlich soll die Dashcam uns nicht die Sicht einschränken. Hinter dem Rückspiegel kann man sie zwar montieren aber dann nutzt einem das Display nichts mehr. Schließlich haben wir sie in unserem Fall direkt mittig vorne angeklebt. Und das funktioniert sehr gut. So stört sie nicht, das Display ist gut ablesbar und von der Straße sieht man auch noch genug. Zudem kann man so die Kabel bequem entlang der Frontscheibe verlegen.

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Der Touchscreen reagiert gut – allerdings anders als bei einem kapazitiven Multitouchdisplay. In dem Fall reagiert es nur auf Druck. Im Zweifel also ruhig etwas fester drücken, damit die Befehle registriert werden.

Die Dashcam als Einparkhilfe

Ich sehe das Anwendungsgebiet in großen Autos, z.B. kleinen LKWs, SUVs oder Transporter die eine sehr große Windschutzscheibe besitzen und sehr unübersichtlich sind. So kann man die Dashcam prima als Einparkhilfe verwenden. Denn während der Fahrt hat man die Wahl zwischen den Echtzeitaufnahmen zu wechseln. Man kann sich beide Dashcams simultan via Bild in Bild Funktion anzeigen lassen oder z.B. nur das Bild der Heckkamera. Und das macht richtig Spaß! So wird das Einparken zum Kinderspiel.

Dashcam mit GPS

Die Dashcam kann mit einem GPS-Modul bestellt werden. Dann wird die Geschwindigkeit und die Position protokolliert. Anschließend kann man seine Fahrt in der mitgelieferten (englischsprachigen) Software auswerten. Das Kartenmaterial wir von Google Maps bezogen. Ein Internetzugang zur Auswertung ist also erforderlich.

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Endlosaufnahme

Die Aufnahmen werden in Segementen von je einer Minute Länge aufgezeichnet. Sobald die Speicherkarte voll ist, wird die älteste Aufnahme überschrieben. Dabei werden die Aufnahmen der Heckkamera und Frontkamera in einer .avi Datei geschrieben. So bleiben die Aufnahmen immer beisammen. Die Betrachtung kann entweder in der mitgelieferten Software erfolgen oder z.B. im VLC Player. Dann werden zwei Abspielfenster geöffnet.

Ereignisaufnahme

Damit wirklich wichtige Aufnahmen nicht automatisch überschrieben werden, bietet die Dashcam eine Ereignisaufnahmefunktion. Wenn es z.B. eine Vollbremsung gibt oder gar einen Unfall, registriert ein sogenannter G-Sensor die Situation und „verewigt“ die Aufnahme auf der Speicherkarte. Dann wird sie nicht mehr durch die Endlosaufnahme überschrieben. Das Löschen erfolgt dann manuell vom Anwender.

Überwachung beim Parken

Theoretisch eignet sich die Dashcam auch sehr gut zur Überwachung des Autos wenn es parkt. In der Anleitung wird beschrieben wir man das Kabel auseinandernehmen kann, um es an die Fahrzeugelektrik anzuschließen. Das sollte natürlich von einer Fachwerkstatt übernommen werden sofern man nicht mit dem Thema vertraut ist. Der integrierte Bewegungssensor registriert Bewegungen im Sichtbereich der Dashcam und beginnt die Aufnahme umgehend. 20 Sekunden nach dem Ereignis stoppt die Aufnahme wieder. Damit die Batterie dabei nicht entladen wird, bietet die Atemio RV900 einen integrierten Entladungsschutz!

Mäßige Bildqualität

Die Bildqualität gehört bestimmt nicht zu den Stärken der Dashcam. Aber bei einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln ist das auch kein Wunder. Immerhin sind die Aufnahmen gut belichtet. Aber feine Details sind schwer auszumachen. Problemtisch ist auch die geringe Bildrate von nur 20 FPS (Frames per Second) bei der Frontkamera und nur 10 FPS bei der Heckkamera. Zum Vergleich: Normal sind 30 FPS. So wirken die Aufnahmen nicht sehr flüssig und etwas träge. Die bei Dashcams übliche Artefaktbildung beeinträchtigt die Bildqualität zusätzlich.

Bezugsquellen

Leider wird die Dashcam nicht bei Amazon vertrieben. Man bekommt die Dashcam aber direkt bei Atemio.

Fotos Atemio RV-900:

Video bei Nacht

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Video bei Tag

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Kaufempfehlung

Fazit Atemio RV-900


Dashcam mit großem Touchscreendisplay, die sich hervorragend als Einparkhilfe für große unübersichtliche Autos eignet. Die Bildqualität kann hingegen nicht überzeugen.


Nic

Autor: Nic

Ich fahre täglich Auto. In der Großstadt Berlin gibt es viel Verkehr. Oft wünschte ich mir in bestimmten Situation Beweismittel zu haben. Der Trend der Dashcams kommt mir da sehr gelegen. Meine Erfahrungen teile ich mit euch.