Im Test: a-rival CarCam – günstige Mini-Dashcam mit Akku

Von a-rival gibt es bisher nur eine Dashcam. Aber diese überrascht auf Anhieb mit einem enormen Funktionsumfang, ist trotz Akku noch bemerkenswert klein und besitzt ein paar einzigartige Besonderheiten. Wie sich der Winzling schlägt, könnt ihr in unserem Test lesen.

a-rival ist Spezialist für Navigationsgeräte. Den aufkommenden Trend der Dashcams will man nicht verpassen und schickt eine kleine Dashcam in den Markt. Die Funktionsliste ist sehr lang:

  • FullHD mit 30fps oder 25fps
  • 140° Weitwinkel
  • Fotomodus
  • Loopfunktion oder Daueraufnahme
  • 1,5″ Display
  • GPS (nur mit Kabel)
  • Bewegungssensor
  • Beschleunigungssensor
  • Lithium-Ionen Akku mit 900 mAh
  • interner Speicher (512 MB), erweiterbar mit microSD (max. 32 GB)
  • Mirkofon, Lautsprecher
  • Mini-HDMI out, USB-Anschluss

Lieferumfang

Schon beim Auspacken verblüfft die sehr kompakte Bauweise. So erinnert sie mich spontan an eine Actioncam. Doch dazu später mehr. Was ebenfalls positiv auffällt: Der Saugnapf ist auch außergewöhnlich klein und ermöglicht so eine unaufdingliche Montage an der Windschutzscheibe.

lieferumfang

  • Dashcam mit Halterahmen
  • Akku
  • Klebepads
  • kurzes (1m) USB-Kabel und langes (4m) USB-Kabel mit GPS
  • KFZ-USB Adapter
  • Saugnapf
  • Software-CD

Der Akku ist austauschbar sodass man diesen wechseln kann, wenn die Leistung mal nachlässt – klasse. Die Montage der Kamera erfolgt durch den Halterahmen der um die Kamera fixiert wird. Es ist die erste Dashcam, die ich teste, die einen eigenen USB-KFZ Adapter mitliefert, sodass man an dessen Steckplatz auch mal sein Smartphone laden kann. Wer beides gleichzeitig möchte, dem empfehle ich einen Adapter von Wicked Chili (siehe rechts). Zum weiteren Lieferumfang gehören auch noch acht kleine selbstklebende Halterungen (Klebepads) damit man die Kamera möglichst flexibel montieren kann.

Die Kamera besitzt einen internen Speicher von 512MB. Der eignet sich für ein paar Schnappschüsse oder ein, zwei Videos (je nach Einstellung). Grundsätzlich kommt sie also erstmal ohne Speicherkarte aus. Natürlich wird dringend der Kauf einer extra Speicherkarte ausdrücklich empfohlen.

Dashcam oder Actioncam?

Das Design der Kamera erinnert an eine typische Actioncam. Damit man ein Gefühl für die Größe bekommt, habe ich sie mal neben eine GoPro Hero3+ Actioncam gestellt:

arival_gopro

Tatsächlich eignet sich die Kamera auch bis zu einem bestimmten Grad als Actioncam. Aber nicht nur das. Dank erweiterten Fotofunktionen und dem integrierten Akku taugt die Dashcam auch als einfache Digitalkamera für unterwegs und ermöglicht Schnappschüsse. So lässt sich der ISO-Wert, der Weißabgleich, der Kontrast und die Schärfe einstellen. Außerdem lassen sich diverse Digitaleffekte aktivieren (Art, Sepia, Negative, Black & White, Vivid). Ferner verfügt sie über einen digitalkameratypischen Selbstauslöser (5, 10, 20, 30 oder 60 Sekunden). Und wer mag, kann Fotos in Intervallen (1, 2, 5, 10, 30 und 60 Sekunden) aufnehmen lassen. Der enorme Funktionsumfang geht weit über die Nutzung als klassische Dashcam hinaus und benötigt daher ein dementsprechend komplexes Menü. Und da kommen wir auch schon zu einer ersten Hürde. Die Kamera ist so komplex, dass man von einem „Plug-and-Play“ nicht reden kann. Sie richtet sich damit an versierte Benutzer, die gerne mehr als nur losfahren und filmen wollen. Zwar ist das Menü logisch und gut bedienbar aufgebaut aber man verliert sich dennoch in den vielen Einstellungsmöglichkeiten. Das erfreut das Herz der technikaffinen Menschen aber Einsteiger, die eine unkomplizierte schnelle Lösung suchen, werden hier sicherlich überfordert sein. Zumal das Display – trotz sehr guter Auflösung – wirklich winzig ist und gute Augen abverlangt.

Kleiner Hinweis: Die Einschalttaste hat zwar einen spürbaren Druckpunkt. Bei meinem Modell reagiert die Taste aber nicht. Man muss sie noch stärker weiterdrücken als man erwarten würde. Bis ich das herausgefunden habe, war ich schon kurz vor der Verzweiflung ;-).

Automatisches Ein- und Ausschalten
Die Kamera schaltet sich auf Wunsch automatisch mit Zündung ein und aus. Diese Funktion musste ich in meiner Dashcam extra aktivieren. Sie findet sich im Menü unter „car modus“.

Nachtrag: Wie ich feststellen musste, klappt das automatische Einschalten nur mit den Kabeln von Arival. Es sind scheinbar modifizierte USB-Kabel die auch an kein anderes USB-Gerät passen.

Dashcam mit GPS

Ja – die Dashcam hat GPS. Die Aufnahmen werden mit Lage und Geschwindigkeit gestempelt. Es gibt sogar eine Einstellung, die die Geschwindigkeit ausblendet sobald ein festgelegter Wert (bspw. 50km/h) überschritten wird. Das lasse ich mal so unkommentiert im Raum stehen ;-).

Was mich allerdings massiv stört: GPS gibt es nur mit dem mitgelieferten Kabel, dass sehr lang ist und den GPS-Empfänger enthält. Es ist völlig klar dass in so einem kleinen Gehäuse nicht alles rein passt aber diese Lösung ist suboptimal. Andere Hersteller bringen den GPS-Empfänger im Saugnapf unter. Ist meiner Meinung nach eine bessere Lösung da der Sensor dann direkt an der Scheibe ist. Dieser hier ist mitten im Kabel untergebracht sodass man ein ziemliches Kabelwirrwarr im Amaturenbrett hat. Wer unbedingt GPS benötigt, sollte sich also dessen bewusst sein!

software

Zur Auswertung der Fahrten liefert a-rival eine CD samt Software mit (nur Windows – hier downloaden). Sie ist simpel aufgebaut und zeigt zu jedem Film die zurückgelegte Strecke in einer kleinen Karte. Außerdem wird Auskunft zur Geschwindigkeit und dem Beschleunigungssensor (G-Kräfte) gegeben.

Unfallaufnahmen

Selbstverständlich gibt es auch einen Beschleunigungssensor, der Erschütterungen – etwa bei einer Vollbremsung oder einen Unfall – registriert. Dann wird die Aufnahme in einen extra Ordner verschoben sodass sie nicht mehr überschrieben wird. Beim Einlesen der Filme habe ich ein tolles Detail festgestellt: Normalerweise besitzen die Dateien aller Dashcams einen inkrementellen Wert (FILE0006, FILE0007, FILE0008 usw.) aber a-rival hat hier mal richtig mitgedacht. Der Dateiname wird mit Datum und Zeit benannt: 20140107-1030_0035.mp4. Die Aufnahme entstand in dem Fall also am 7.1.2014 beginnend um 10:30 Uhr. Das erleichtert die Orientierung am Rechner zur späteren Auswertung.

Parkwächter

Als wenn das nicht schon genug wäre, besitzt die a-rival CarCam auch noch die Möglichkeit, die Aufnahme bei Bewegungen zu starten. Werden Bewegungen im Sichtfeld der Kamera registriert, beginnt die Aufzeichnung. Also wenn zum Beispiel ein ausparkendes Auto in einem Parkhaus gegen unser Auto fährt. Dank dem integrierten Akku klappt das auch zuverlässig.

Sehr gute Bildqualität

Die Kamera nimmt die Videos bei 25fps oder 30fps (Frames per Second) und 1080p auf. Dabei lässt sich nicht nur die Auflösung einstellen sondern auch die Komprimierung. Oft leiden die Videos unter der sehr starken Komprimierung. Hier hat man Zugriff auf eben diese. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit.

AuflösungLBH
720p4007kbps6270kbps8334kbps
(30 min/GB)(20 min/GB)(15 min/GB)
1080p8109kbps10284kbs12361 kbps
(15 min/GB)(11 min/GB)(9min/GB)

Die Tabelle zeigt dass man sehr flexibel in den Einstellungen ist. Bevorzugt man die bestmögliche Qualität, wird mehr Speicherplatz benötigt. Meine Fotos und Videos sind mit diesen Einstellungen entstanden!

Die Farben sind sehr natürlich. Trotz tiefstehender Sonne sind Schattenbereiche noch gut erkennbar. Nachts sind die Aufnahmen sehr dunkel. Aber das lässt sich glücklicherweise durch Belichtungsstufen von -2 bis +2 kompensieren. In den Einstellungen ist die Funktion unter „AE BIAS“ zu finden.

Straßenschilder lassen sich prima ablesen, Kennzeichen sind deutlich zu erkennen. Hier gibt es sogar eine interessante Funktion. Da Kennzeichen eine reflektierende Eigenschaft besitzen, kommt es besonders nachts dazu, dass sich die Scheinwerfer so stark im Kennzeichen des vorrausfahrenden Fahrzeugs spiegeln, dass es kaum ablesbar ist. A-rival versucht das mit der optionalen Funktion „Blendschutz“ zu kompensieren.

Wenn man also die beste Qualität wählt, sollte man sich auch zu einer großen Speicherkarte entscheiden. 32GB sind das Maximum (siehe rechts). Wenn die Karte voll ist, wird die älteste Datei überschrieben. A-rival nennt das „Aufnahme Schleife“. Dabei werden die Filme dann wahlweise mit 1 Minute oder mit 5 Minuten Länge abgespeichert. Standardmäßig ist diese Funktion deaktiviert. Denn die Dashcam eigent sich auch prima für Daueraufnahmen um Ausfahrten und Touren zu filmen. Eine sehr seltene Funktion unter Dashcams! Die Videolänge kann dann maximal 45 Minuten betragen.

Durchschnittlicher Klang

Das integrierte Mirko ist sehr empfindlich. Es eignet sich sicherlich um Fakten zu diktieren aber wie ihr in meinem Video hören könnt, ist der Ton sehr dumpf und könnte störfreier und klarer sein. Das Gute ist, dass sich der Ton während der Aufnahme mit nur einer Taste deaktivieren lässt. Zum Beispiel wenn man gerade ein sensibles Gespräch führt und das nicht verewigen möchte.

Fotos a-rival CarCam:

Video bei Nacht

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Video bei Tag

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Kaufempfehlung

Fazit a-rival CarCam


Die Kamera bietet im Grunde alles was man sich von einer Dashcam wünscht und noch vieles darüber hinaus. Aufgrund der vielen Funktionen empfehle ich das Gerät aber ausdrücklich erfahrenen Anwendern!

Benutzer-Meinungen aus den Kommentaren:

"EINFACH GENIAL! Braucht sich hinter der Aufnahmequalität meiner Hero 3 nicht zu verstecken."

"Ich würde die Camera nicht mehr hergeben…"

"…eine Top-Cam zu einem günstigen Preis"


Man erhält das Gerät aktuell für EUR 72,29 bei Amazon.
Im Schnitt haben dort 51 Kunden 3.8 von 5 Sternen Sterne vergeben.



Nic

Autor: Nic

Ich fahre täglich Auto. In der Großstadt Berlin gibt es viel Verkehr. Oft wünschte ich mir in bestimmten Situation Beweismittel zu haben. Der Trend der Dashcams kommt mir da sehr gelegen. Meine Erfahrungen teile ich mit euch.