Im Test: 2-Kanal-Profi-Dashcam DC5000 von Camberry

Die Firma Camberry positioniert sich im Dashcammarkt als Premiumhersteller. Die Eckdaten lassen auf jeden Fall hohe Erwartungen aufkommen: Sony Sensor, GPS und Heckkamera zeugen von einem hochwertigen Produkt. Ob die DC5000 dem tatsächlich gerecht wird, haben wir auf der Straße getestet.

Nach der BlackVue haben wir nun eine weitere Profidashcam im Test. Sie kommt ebenfalls ohne Display aus und besitzt ein außergewöhnliches Design. Es erinnert an eine klassische Überwachungskamera. Der Funktionsumfang ist mit dem optionalen Zubehör üppig:

  • FullHD Aufnahmen mit 30fps
  • Lautsprecher für Sprachausgabe
  • Loopfunktion
  • 120° Weitwinkel
  • Bewegungssensor
  • Beschleunigungssensor
  • Mikrofon
  • Anschlüsse für Strom, Heckkamera, GPS und Monitor
  • optional: GPS und Heckkamera mit 720×480 Pixel

Man hat also die Möglichkeit die Dashcam um eine Heckkamera und GPS zu erweitern – je nach dem was man für Ansprüche hat. Eigentlich eine tolle Idee. Aber diese hat auch Nachteile, welche ich später erläutern werde. Kommen wir erstmal zum Lieferumfang, denn der kann sich durchaus sehen lassen.

Lieferumfang

  • Dashcam mit Klebehalterung und Ersatzklebepad
  • Kabelsatz für Anschluss an die Autobatterie
  • Bedienunganleitung
  • 16 GB Speicherkarte mit USB-Adapter
  • Stromkabel und Kabelführer
  • Software für Windows (auf der SD-Karte)

Die Kamera kommt ohne Saugnapf – gut so! Somit wird sie direkt an die Scheibe geklebt und kann nicht abfallen. Sie bleibt also immer im Auto. Wer sie dennoch mit nach Hause nehmen will, kann sie einfach aus der Halterung ziehen. Die Kamera ist sehr klein. Viel kleiner als man annehmen würde. Sie passt problemlos hinter (bzw. vor) dem Rückspiegel und ist für den Fahrer quasi unsichtbar. Insgesamt wirkt die Anmutung der Dashcam sehr hochwertig. Die silberne Farbe (aus Kunststoff) wirkt zwar erstmal edel aber ich würde ein schwarzes Gehäuse bevorzugen. Denn so fällt sie von Außen zu sehr auf. Eine Dashcam sollte von Innen wie auch von Außen unauffällig sein. Die Heckkamera ist schließlich auch schwarz.

Einrichtung mit Hindernissen

Dass die Dashcam kein Display hat, ist ja eigentlich eine gute Sache. Befehle der Kamera werden durch eine weibliche Stimme angesagt. Außerdem wird man nicht abgelenkt und eigentlich ist ein Display auch nicht notwendig. Denn die Auswertung der Filme erfolgt nicht an dem Gerät, sondern am heimischen Rechner. Die Speicherkarte wird also bei Bedarf entnommen und mit dem mitgelieferten USB-Adapter ausgelesen. Aber zur einmaligen Ausrichtung der Kamera benötigen wir eben doch mal ein Bild von der Dashcam. Im Gegensatz zu den meisten displaylosen Dashcams, besitzt die Camberry Dashcam kein WiFi. Es gibt also keine Möglichkeit das Livebild auf dem Smartphone zu übertragen. Sehr schade! Stattdessen gibt es nur die Möglichkeit, einen externen Monitor anzuschließen. Aber wer macht das schon? Ich nicht. Es bleibt also nichts anderes übrig als „Trial and Error“. Also einfach mal ausprobieren und hoffen dass es passt, ansonsten nachjustieren. Spätestens jetzt wird klar, dass sich die Dashcam an erfahrene und ambitionierte Dashcamfahrer richtet. Die Inbetriebnahme der Kamera ist an sich hingegen sehr bequem. Sobald sie Strom bekommt, fängt sie auch schon an aufzunehmen. Eine Konfiguration ist also erstmal nicht notwendig.

Die an der Kamera befindlichen drei Tasten sind etwas gewöhnungsbedürftig zu bedienen und wenig intuitiv. Hier rate ich in jedem Fall das kleine Handbuch zu studieren. Denn jede Taste besitzt noch einen zweiten Befehl, der sich auslösen lässt, wenn man die Taste länger als zwei Sekunden drückt. Zum Beispiel startet die Kamera bei einem kurzen Tastendruck auf den „Power-Button“ neu und bei einem langen Tastendruck schaltet sie aus.

Viele Kabel

Wie eingangs erwähnt lässt sich die Dashcam um eine Heckkamera und einem GPS-Modul erweitern. Das hat zur Folge, dass sich dann drei Kabel an der Dashcam befinden: Strom, Heckkamera, GPS.

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Einmal mehr wird dem Anwender Profi-Knowhow abverlangt. Diese Kabel sinnvoll zu verlegen ist eine wahre Herausforderung. Die Kabel sind alle lang genug, um sie auch über Umwege im Fahrzeug zu verlegen. Die beiliegenden Kabelhalterungen erleichtern das Verlegen.

Im unten stehenden Link zu Amazon verweise ich bereits auf das Komplettpaket inkl. GPS und Heckkamera.

sehr guter Parkwächter

Dank dem beiliegenden Kabelsatz lässt sich die Dashcam direkt an die Batterie klemmen. Damit eignet sich das Gerät zu einer Parkplatzüberwachung, der seine Aktivität auch mit einer sichtbaren (abschaltbaren) Sicherheits-LED signalisiert. Um eine Batterieentladung zu verhindern, kann man die Abschaltspannung in der Camberry Software einstellen. Damit hat man ab Werk und ohne teures Zubehör eine prima Möglichkeit, sein Fahrzeug bei Abwesenheit zu überwachen. Und dank der optionalen Heckkamera entgeht einem auch hinter dem Fahrzeug nichts.

Konfiguration am Rechner

einstellungenIn dieser Software lassen sich diverse Eigenschaften anpassen, z.B. die Empfindlichkeit vom G-Sensor oder die Lautstärke der Sprachausgabe. Zugriff zu den Einstellungen erhält man, wenn man die Speicherkarte am Rechner anschließt, und das Laufwerk in der Software auswählt. Bei der nächsten Inbetriebnahme werden dann die auf der Speicherkarte befindlichen Einstellungen geladen. Wer keine Möglichkeit hat, die Software zu installieren (bspw. Mac-Nutzer), der kann die Einstellungen auch mit einem Textprogramm vornehmen. Denn die Datei „setup.cfg“ lässt sich auch damit bearbeiten – ein akzeptabler Kompromiss.

Endlosauffnahme

dateimanagement

Die Kamera zeichnet – wie alle Dashcams – die Aufnahmen in kurzen Segementen ab. Auch bekannt als „Loopfunktion“ (hier „infinite“). Die Länge der Videos beträgt eine Minute und lässt sich auch nicht ändern. Sobald die Speicherkarte voll ist, wird die älteste Aufnahme überschrieben. In der Software lassen sich die Aufnahmen später übersichtlich auswerten. Die Software an sich bietet gewohnte Kost. Sie zeigt die GPS-Daten auf einer Karte an und in einem Diagramm werden die G-Kräfte des G-Sensors ausgewertet. Man kann die Aufnahmen der Front- und Heckkamera synchron side-by-side abspielen lassen.

Das Dateimanagement auf der Speicherkarte ist sehr intuitiv und logisch aufgebaut. Drei Ordner sortieren die Aufnahmen in „Unfallereignisse“ (Event), „normale Aufnahmen“ (Infinite) und „parkende Aufnahmen“ (Parking). Jede Datei setzt sich aus Datum und Zeit zusammen sodass man sich schnell zurecht findet.

Was mir richtig gut gefällt: Die Aufnahmen der Dashcam (und der optionalen Heckkamera) und die GPS Informationen werden in einer einzigen .avi Datei gespeichert. So bleibt alles Wesentliche beisammen und schafft noch mehr Übersicht.

Dashcam für Unfalldokumentation

Einen Unfall kann die Dashcam mittels dem integrierten G-Sensor registrieren. Bspw. bei einer Vollbremsung oder einem Aufprall. Dann wird die aktuelle Aufnahme in einen extra Unterorder „Event“ abgelegt. Aufnahmen in diesem Ordner werden durch die Endlosaufnahmefunktion nicht mehr überschrieben. Leider lässt sich diese Funktion nicht manuell durch ein Tastendruck auslösen. Denn bestimmte Verkehrssituationen mag man trotzdem mal auf der Speicherkarte verewigen. Der G-Sensor selbst ist ab Werk für meinen Geschmack etwas zu empfindlich eingestellt. Bei einer leichten Beschleunigung löste er schon aus. Aber das lässt sich ja in der Konfiguration anpassen.

Optionale Heckkamera und GPS

Die Heckkamera ist sehr klein und zeichnet in DVD-Auflösung (720 x 480) auf. Das genügt auch für den rückwärtigen Verkehr. Man sollte wirklich keine Wunder erwarten. Die Dashcam ist winzig. Dementsprechend besitzt sie auch einen sehr kleinen Sensor. Und das erklärt die schlechte Bildqualität, vor allen Dingen während der Fahrt. Für Drängler reicht sie auf jeden Fall. Sie lässt sich ebenfalls mit einem Klebepad an der Scheibe befestigen und wird mit nur einem Kabel an der Frontdashcam angeschlossen. Die Heckkamra besitzt zwei LEDs. Eine weiße die nach Innen zeigt, um dem Fahrer den Betrieb zu signalisieren und eine blaue zeigt nach außen. Damit ist sie für den rückwärtigen Verkehr sehr auffällig und lässt sich auch nicht deaktivieren! Da hilft nur abkleben.

Das GPS-Modul funktioniert wie eine Wurfantenne. Es wird ebenfalls an der Frontdashcam angeschlossen und ist mit dem Kabel ca. ein Meter lang und lässt sich so an den Rahmen der Frontscheibe kleben. Meine Empfehlung: Montieren Sie die GPS-Antenne weit weg vom Regen- und Lichtsensor. Die Sensoren können den Empfang beeinträchtigen.

Gute Bildqualität

Sowohl tagsüber als auch nachts vollrichtet die Dashcam gute Dienste und lassen viele Details auch noch in der Ferne erkennen. Allerdings sind Straßenschilder gerne mal unscharf und vor allen Dingen tagsüber sind die hellen Bereiche überbelichtet.

Die Videos werden als .avi abgespeichert. Zur Wiedergabe benötigt man zwangsläufig den Camberry Viewer oder den VLC-Player. Mit beiden Playern kann man die Videospur für vorne/hinten auswählen. Der Viewer hat noch den Vorteil dass sich die beiden Videos parallel – also synchron – abspielen lassen.

Das integrierte Mikrofon liefert verständliche Aufnahmen. Der Ton ist zwar okay, aber während der Fahrt dröhnt und brummt es deutlich.

Fotos Camberry DC5000:

Video bei Nacht

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Video bei Tag

Bitte bedenken Sie, dass YouTube die Videos nochmals stark komprimiert! Die tatsächlichen Aufnahmen sehen besser aus.

Kaufempfehlung

Fazit Camberry DC5000


Sehr kleine Profidashcam mit guter Bildqualität und optionaler Heckkamera. Das Set eignet sich prima um das Auto beim Parken zu überwachen.

Die Dashcam ist zur Zeit nicht (mehr) lieferbar.



Nic

Autor: Nic

Ich fahre täglich Auto. In der Großstadt Berlin gibt es viel Verkehr. Oft wünschte ich mir in bestimmten Situation Beweismittel zu haben. Der Trend der Dashcams kommt mir da sehr gelegen. Meine Erfahrungen teile ich mit euch.